PLACKBAND - After The Battle
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CDBest.-Nr. PV 843Release: 2002
EAN Code: 4026219202178
Label: xxx
Preis / Price: Euro 15,00
info:
xxx

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EMPIRE Magazine Nr. 63 (Juli 2002)

Nein, es ist kein Schreibfehler, Plackband ist holländisch und heißt "Klebeband". So jedenfalls nannte sich eine Formation die Mitte der 70er Jahre existierte und der Name war mehr aus Spaß gewählt, hielt man doch, wenn man auf Tour war, große Teile der Ausrüstung einfach durch Klebeband beieinander. Niemand hatte damals ernsthaft daran geglaubt, dass dies mal der offizielle Name der Band werden sollte, denn er passte einfach nicht zum musikalischen Stil der Band. Nachdem man in den 70ern so alles nachspielte, was im Symphonic Rock Bereich "in" war, bekam die Band noch den Spitznamen "Die Genesis von Den Haag" was als offizielle Bezeichnung auch nicht durchgehen konnte. Ein paar eigene Titel wurden auch komponiert, die 1978 auf einer EP erschienen ansonsten liegen keine Tondokumente aus dieser Zeit vor. Nach ein paar eindrucksvollen Liveshows und den zwecklosen Versuchen eine Plattenfirma für die Produktion einer LP zu finden, fiel die Band Anfang der 80er dem großen Artrock Sterben zum Opfer und brach langsam auseinander. Die Bandmitglieder wendeten sich anderen musikalischen Herausforderungen zu, 2 von ihnen gründeten Ende der 80er ein Tonstudio "Sound Design" und schlossen sich später mit anderen Kollegen zusammen, die auf ihrem Dachboden ein altes "Live"-Tape gefunden hatten und wie es der Zufall so will, war in diesem Hause früher der Proberaum von Plackband gewesen. Jedenfalls, um es kurz zu machen, die Band fand nach 18 Jahren Pause in der Originalbesetzung wieder zusammen und nahm mit dem seit damals existierenden Material nun endlich ihre erste Platte auf. Musikalisch noch voll im Stil der späten Siebziger kann man Parallelen zu Bands wie England, Eloy, Neuschwanstein, Rejoice oder Ivory herstellen. Gelegentliche Genesis-Anleihen und Suppers Ready Effekte sind für Musik aus dieser Zeit schon fast Pflicht, werden aber nirgendwo zum plumpen Plagiat und so hören wir lange breitflächig gespielte Bombast-Keyboards unterlegt von Bass und Chorus Pedals, klassische Nylon Saiten Gitarre so etwa im Soundbild der "Wind and Wuthering". Mehrstimmiger Satzgesang und Mellotron prägen das Titelstück "After the Battle" mit viel Freiraum für verspielte Keyboardimprovisationen aber auch paar langatmigen Passagen. Nachdem wir Zwergen und schlafenden Kriegern begegnet sind, möchte ich "End Of The Line" besonders hervorheben (Anspieltipp auf dem E.A.R.-Sampler) mit seinem "Entangeld" ähnlichen Keyboard Background und schöner Akustikgitarre, die von einem relativ harten Gitarreneinsatz verdrängt wird, der in ein nettes melodisches Solo übergeht. Mit einem leicht bescheuerten Keyboardintro begeben wir uns in die "Geisterstadt" werden aber schnell von wuchtigen Bass Pedals erlöst und von bösartigen Gorillas angegriffen, denen wir uns im Kampf stellen müssen. Nach 5 Minuten sind wir erst wieder draußen und treffen dort auf den Glöckner von der Notre Dame, der uns in "The Hunchback" in ein neunminütiges langes episches Werk verstrickt. Ihm folgt das sphärische "Sign of the Knife" bevor mit "Remember Forever" ein neu aufgenommenes altes Stück folgt. Insgesamt klingt das Material von Plackband so, wie es sicher schon vor über 20 Jahren hätte klingen sollen und obwohl es mit neuzeitlichem Instrumentarium eingespielt wurde, so hat es doch nichts vom ursprünglichen Soundbild eingebüßt. Udo Eckardt