HAGEN - Corridors Of Time
01 A Summer Air 06:52
02 For Kristina 03:07
03 Sundown 03:08
04 Mother Nature 04:12
05 Questions 04:53
06 The Northwinds Blow 04:48
07 Mountain Song 03:00
08 Nobody`s Listening 03:27
09 Sweet Tender Sofie 02:41
10 For Ulf 03:50
11 June 04:56
12 Afraid 05:03
13 Remember 05:02
14 Dragonfly Dance 04:07
Total time
59:08
CDBest.-Nr. PV 651Release: 2001
EAN Code: 4037488820208
Label: Angular Records
Preis / Price: Euro 14,90
info: Powerful, sometimes speedy Metal with prog and nordic (scandinavian) folk influences. Violin as a lead instrument with weird sounds and lines. Very unusal and cool stuff.
Location: Sweden

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reviews

Scream magazine

Bewertung: 5- von 6 Punkte
Kritik: Michael Schübeler

Einen hochinteressanten Mix aus Heavy Metal und Folklore ihrer Heimat Schweden präsentieren HAGEN auf ihrem Debüt Corridors Of Time. Die CD wurde Anfang diesen Jahres veröffentlicht, die Songs entstanden allerdings bereits 1999. Sie wird von A Summer Air exquisit eröffnet. Hierbei handelt es sich um das ins Englische übertragene Stück "Visan I Sommaren" der schwedischen Prog-Pioniere KAIPA (Vorläufer der FLOWER KINGS!). Deren Keyboarder Hans Lundin, bekanntester Musiker bei HAGEN, hat hiermit eine ergreifende Mini-Oper der besonderen Art geschaffen, die alleine schon die Anschaffung dieses Silberlings rechtfertigt. Es ist ungewöhnlich, mit einer Ballade zu beginnen, doch nicht allein für diesen Mut, sondern noch weit mehr für die Ausführung gebührt HAGEN höchstes Lob. In Tiefe und Atmosphäre erinnert "A Summer Air" an die Ohrenschmeichler von NIGHTWISH. Beim folgenden For Kristina könnte man vom Titel her eine ähnliche Gangart vermuten, doch tatsächlich schindet das Six-Pack bei dieser Instrumentalnummer geradezu sein Handwerkszeug. Was jedoch sofort auffällt, ist ein deutliches Qualitätsgefälle zwischen den folkloristischen und den rockigen Tracks, die um einiges "normaler" rüberkommen. Daran, genauso wie an der homogenen Verknüpfung beider Pole, müssen HAGEN noch arbeiten. Die Violine von Anders Rosén ist freilich jetzt schon ein Genuß und sorgt für zahlreiche magische Momente.

Mai 2001


Empire magazine

Ich muß zugeben, dass ich beim ersten Anhören dieser neuen Angular-Band nicht allzu viel mit den Schweden anfangen konnte. Aber nach mehreren Hördurchgängen begeistert mich 'Corridors Of Time' mit seiner Stilvielfalt immer mehr. Der Opener 'A Summer Air' (mit 7 Minuten auch das längste Stück des Albums) ist eine Coverversion von Kaipas 'Visan I Sommaren' vom 'Solo'-Album. Daraus ist jetzt ein ruhiger Prog-Song mit Schwerpunkt auf folkloristischen Elementen geworden. Spezialisten unter Euch werden wissen, dass neben dem jetzigen Hagen-Keyboarder Hans Lundin auch FloKi Roine Stolt seine Karriere bei Kaipa Mitte der Siebziger begann. 'For Kristina' beginnt mit einem 'Anton aus Tirol'-Jodler, um dann tierisch loszubrettern. Prog Metal-Riffs, gepaart mit jaulenden Violinen, prägen dieses Instrumental. Der krasse Gegensatz zu dem Opener. An 'Sundown' dürften vor allem Kansas-Fans Gefallen finden. Auch hier ist die elektrische Violine von Anders Rosen wieder tonangebend. 'Mother Nature' glänzt durch psychedelisch verzerrten Gesang. 'Questions' ist ein hervorragender Folk Rock-Song, der zum Singen und Tanzen animiert. 'The Northwinds Blow' ist eine tolle Ballade. Und so geht es Schlag auf Schlag durch das ganze Album: Jeder Song hat eine vollkommen eigene Identität. Die verschiedene Stile werden vor allem durch die dominante Violine zusammengehalten, die sich wie ein roter Faden durch die Produktion zieht. Die 14 Songs des Albums überschreiten selten die 5-Minuten-Grenze und sind allesamt ein Paradebeispiel für Abwechslungsreichtum. Von Prog bis Prog Metal, von Seventies Hard Rock bis Folk Rock bekommt der Hörer alles geboten, was anspruchsvolle Rockmusik ausmacht. Neben Mostly Autumn ist Hagen vielleicht der heißeste Insidertip, den die Proggemeinde seit Spock's Beard auf Lager hat.

Michael Bäcker


Hellion Magazine

Diese Schweden sind sehr eigenwillig. Die teilweise schon etwas gesetzteren Herren machen sich daran, gleichberechtigt Folk, Hardrock und Progrock nebeneinanderzustellen und aus dem Sud dieser Symbiose geile, mitreißende Songs zu schöpfen. Dabei brillieren sie natürlich alle auf ihren Instrumenten, ohne nun in songundienliches Gefrickel zu verfallen. Vorallem die an vielerlei Stellen aufbrausend gespielte E - Violine des Bandmitbegründers Anders Rosén ist schon ein Aspekt der Hagenschen Originalität. Der Sänger hält sich mit Höhenflügen zurück, ist dafür aber in seinen mittleren Tonlagen sehr versiert. Keyboarder Hans Lundin war in den 70ern bei einer Band, aus der inzwischen die begnadeten Flower Kings hervorgegangen sind. Welch eine Wonne, solche Haudegen beisammenhocken und gute Musik komponieren zu sehen. Heavy sind Hagen gerne mal, wobei sie auch einen oder zwei Gänge nach unten schalten und balladeske Momente nicht zu kurz kommen. Die Mischung macht es und hier dominiert der harte Rock, der bisweilen in Metalgefilde eindringt. Hagen sind sehr eingängig, reißen mit,da die Dramatik stimmt, versprühen eine starke Lebensfreude und wissen zu rocken!

Siegfried


Progressive corner

82 Punkte

Die Brüder Hans (Bass) und Anders Rosen (E-Violine) gründeten 1996 die Band "Hagen" mit dem Ziel, eigenständige, nie dagewesene Rockmusik zu machen. Aus diesem Grund versuchte Anders Rosen, seine E-Violine durch eine Gitarren-Effektbox zu spielen, und die Brüder waren vom Resultat so begeistert, das sie begannen, Folkrock-Songs mit Hardrockcharakter zu schreiben. Mit Per Nilson stiess ein vielversprechender Gitarrist hinzu, und mit Hans Lundin, der schon bei der legendären Band Kaipa in den 70ziger Jahren mit dabei war, konnte ein versierter Keyboarder verpflichtet werden. Michael Ohlsson (Gesang) und Patrick Jansson (Schlagzeug) vervollständigten das Line Up. Wie schon angedeutet, ist die musikalische Richtung eine satte Ladung Folk, gepaart mit kraftvollen Rockelementen. Davon ist aber im Opener wenig zu hören, "Summer Air", mit knapp 7 Minuten der längste Song auf "Corridors of Time" ist eine sich im Midtempo bewegende melodische Rocknummer mit herrlich gespielten Gitarrensolis im Stile von Santana. Beim instrumenten "For Kristina" geht's dann aber voll ab, die durch die Gitarren-Effektbox gespielte Violine und die Heavy Gitarren passen ausgezeihnet zusammen, etwas störend sind die gelegentlichen Frickelorgien, aber ansonsten eine gelungene Nummer. Genauso heavy geht es mit "Sundown" weiter, welches gesanglich sehr in Richtung Deep Purple geht. Mit "Mother Nature" und "Questions" wird's noch eine Spur rasanter, erst mit der Ballade"The Northwinds Blow" kehrt so etwas wie Ruhe ein. Ziemlich mystisch ist der instrumentale Track "Mountain Song", bei dem vor allen Dingen die Violine dominiert, und mit Hilfe der Gitarren-Effekt Box verdammt schräg tönt und "Nobodys Listening" einleitetet. "Nobobys Listening" darf man wohl als einen der Höhepunkte auf dem Werk betrachten, das Ding groovt und groovt!!! Das kurze "Sweet Tender Sofie" kann da bei weitem nicht mithalten, der Song ist ein wenig verschachelt und etwas zu schleppend, und mit knapp drei Minuten auf lang genug. Und da ich schon gerade bei der Spieldauer der Songs bin, es befindet sich auf dem Album ja nicht wirklich ein Longtrack, und das ist auch gut so, auf "Corridors of Time" liegt in der Kürze die Würze, und meiner Meinung nach würde ein wenig Langeweile aufkommen, wenn die Songs eine längere Spieldauer hätten. "For Ulf" ist wieder ein instrumental, welches mit netten Melodiebögen ausgestattet. Ein weiterer Highlight ist das anfangs balladeske "June", das immer mehr aufdreht und ein regelrechtes Rockgewitter ausbricht. Mit zu den besten Songs gehört auch "Afraid", das etwas eingängiger als die anderen Songs ist, und wo die Keys mal nicht so weit im Hintergrund sind. "Remember" ist eine Hymne mit interessanten Stilwechseln und bombastischen Ausgang. Folkrock pur vermittelt der letzte Song, und beschliesst diese nicht alltägliche Scheibe. Fazit: Die Schweden haben da ein Album produziert, welches über weite Strecken sehr interessanten Folk- und Progressiven Metal bietet. Wer "Iona" kennt und mag, und es gelegentlich auch ein bisschen heftiger gern hat, der sollte mal in das Teil reinlauschen. Aber auch diejenigen, welche auf der Suche nach eigenständige Rockmusik sind, sollten mal ein Ohr wagen.


Progressive newsletter

12 points out of 15

"Don't judge a book by its cover" - dieser alte Spruch trifft auch glücklicherweise beim Debüt von Hagen zu. Die Schweden bieten nämlich keineswegs leicht martialisch angehauchten Fantasy-Speed-Metal, sondern mischen äußerst geschickt klassischen Hard Rock mit skandinavischer Folklore und progressiven Elementen. Mal richtig wütend und heftig, dann wieder elegisch verträumt, irgendwo zwischen diesen Gegensätzen pendelt "Corridors of time", ohne dabei die innere Balance zu verlieren. Jedoch sorgen noch weitere Verfeinerungen und Details dafür, dass Hagen nicht nach beliebiger Einheitskost klingen. Alles fing damit an, dass Bassist Hans Rosén seinen Bruder Anders dazu brachte seine Geige durch ein Gitarren-Effektgerät zu spielen. Somit war schon mal ein sehr eigenwilliger Geigensound geboren, der Grundstein für den heftigen Hardrock und flotten Folk gelegt. Mit dem Gitarristen Per Nilsson fand man einen ansprechenden Saitenvirtuosen, als Keyboarder konnte zudem der ex-Kaipa Tastenmann Hans Lundin gewonnen werden, der so richtig schön angestaubte Hammond- und Mellotronsounds reproduzierte. Der hervorragende, etwas an Kansas Steve Walsh erinnernde Sänger Michael Ohlsson, sowie Schlagzeuger Patrik Jansson vervollständigten schließlich das Line-Up. Trotz, dass es bei Hagen meistens sehr direkt abgeht, was auch an manchen Stellen, so wie beim Anfang von "For Kristina", in übles Geknüppel ausarten kann, wird vor allem durch das eigenartig klingende Gefidel immer wieder der Brückenschlag zur trinkfreudig anmutenden Folklore gefunden. Nicht von ungefähr werden durch die prägnante Stimme des Frontmanns und wildes Gegeige Erinnerungen an die rockigere Seite von Kansas geweckt, auch klingen manche Passagen so richtig fett nach Rainbow. Doch beweist zudem der sehr verträumte Opener, die Kaipa Coverversion "Summer air" oder die Ballade "The northwinds blow", dass auch im Herzen eines Rockers noch sentimentale Gefühle schlagen. "Corridors of time" ist eine richtig gute, solide Rockscheibe der alten Schule. Geradeaus, ehrlich, aber dennoch immer wieder verspielt und irgendwie auch typisch skandinavisch. Irgendwie erfrischend nach so viel Prog Metal Geknüppel, dass es auch noch eine Spur erdiger und weniger technisch geht.

KS


Rock hard magazine

Review aus Rock Hard Ausgabe 170

Hm! Gar nicht übel, was sich die schwedischen Buben da aus den Rippen geleiert haben. Die über weite Strecken instrumental gehaltene Verknüpfung von klassischer Folklore mit subtil inszenierten Stromgitarren und Seventies-Prog-Zitaten (die zum Großteil auf die Kappe von Ex-Kaipa-Keyboarder Hans Lundin gehen dürften!) wird 14 Songs lang konsequent vorangetrieben und präzise auf den Punkt gebracht. Und wenn der Gesang einsetzt, werden aufgrund der stilistischen Nähe zu Steve Walsh (dessen Weltklasse natürlich nicht erreicht wird) phasenweise sogar Erinnerungen an die alten Kansas wach. Letztendlich offerieren uns HAGEN ein recht eigenständig klingendes, schmackhaftes Soundgebräu, dem man durchaus das Prädikat "originell" verpassen kann.
Genrefans können blind zugreifen, und Metaller, die ihren Nackenmuskeln bisweilen auch mal eine Auszeit gönnen, dürfen den von einem wunderschönen Artwork veredelten Rundling ebenfalls antesten. Gut!

WOLFGANG SCHäFER
Note 7,5